Entstehung und Hintergrund

Eine der wichtigen Voraussetzungen für die Entwicklung der freien darstellenden Künste in der Stadt Berlin ist ein ausreichendes Angebot an Probe- und Arbeitsräumen. Es gibt in Berlin eine große Anzahl an Probemöglichkeiten – von der professionell ausgestatteten Halle oder dem Theater bis hin zu kleinen Studios und Ateliers, die allerdings teils isoliert und vereinzelt arbeiten. Die Proberaumplattform vereinigt dieses breite Angebot unter einer zentralen Internet-Adresse und stärkt somit das Gefühl der Zugehörigkeit der Raumanbieter*innen zur freien Szene, eine wichtige Voraussetzung für eine starke und nachhaltige Präsenz in der Berliner Landschaft.

Hintergrund

Die Proberaumplattform ist Teil des Performing Arts Programm.

Das Performing Arts Programm ist eine Initiative des LAFT Berlin, die dezidiert auf die Situation und Bedürfnisse der Akteur*innen der freien Szene ausgerichtet ist. Das Programm arbeitet seit Ende 2012 an der strukturellen Stärkung, Professionalisierung und Vernetzung der freien darstellenden Künste in Berlin.

Die Proberaumplattform entstand in enger Abstimmung mit interessierten Akteur*innen der freien Szene Berlins, deren Bedürfnissen und Wünschen. Das erste Treffen fand beim Runden Tisch „Proberaumplattform“ im Juni 2013 statt. Der Dialog mit Tanz- und Theaterschaffenden sowie Proberaumanbieter*innen bildete die Grundlage für die Konzeption und den Aufbau der Webseite. Das Team um die Proberaumplattform organisierte Shootings mit professionellen Fotograf*innen, um die Räume durch hochwertiges Material präsentieren zu können. In den letzten Monaten vor der offiziellen Online-Schaltung erfolgte ein Beta-Testing durch die Proberaumanbieter*innen.

Nach der Online-Schaltung Ende 2015 wurde der Dialog zwischen dem Team, den Akteur*innen und den Raumanbieter*innen aufrecht erhalten. Die Arbeit des Teams konzentriert sich darauf, den Raumanbieter*innen Unterstützung und Begleitung anzubieten aber auch darauf, neue Räume zu recherchieren und für die freie Szene zu erschließen. Die Plattform ging damals mit 14 Raumanbieter*innen online, im Laufe des ersten Jahres verdoppelte sich diese Zahl und das Angebot wuchs stetig. Aktuell sind knapp 150 Raumanbieter*innen auf der Plattform vertreten. Auch die Zahl der registrierten Nutzer*innen wächst und übersteigt 2020 die Marke von 1000.

Die Begleitung des digitalen Angebots der Proberaumplattform Berlin durch den Aufbau eines analoges Netzwerks ist die zweite Säule der Arbeit des Teams. In September 2016 und November 2017 fanden zwei weitere Runden Tischen statt, die den Fokus auf den Erfahrungsaustausch sowohl der Nutzer*innen als auch der Raumanbieter*innen sowie auf deren Feedback legten. Kulturpolitische Inhalte vermittelte die Gesprächsrunde „Raus aus der Katastrophe! Überlebensstrategien für Proben- und Projekträume für die darstellenden Künste“ im Rahmen vom Branchentreff 2016. Weiterhin wurden neue Formate entwickelt: in der Reihe „Rehearsal Moments“ konnten Interessierte die Proben von Künstler*innen und Gruppen besuchen. Die Workshopsreihe „Hot Spot Proberaum“ konzentrierte sich über die Präsentation der Proberäume auf der Plattform selbst und auf Social Media Kanäle . Auch wurden als Ergänzung zu den Workshops weiterhin Shootings mit professionellen Fotograf*innen organisiert, um die professionelle Darstellung von Räumen auf der Plattform zu gewährleisten.

Seit 2017 findet außerdem regelmäßigen das „Proberaum-Café“ statt, bei dem Raumanbieter*innen Raum zum Austausch finden. 2019 wurde das Konzept der Cafés weiter an die Bedürfnisse der Anbieter*innen angepasst: bei jeden Termin werden Expert*innen eingeladen, mit denen ein spezifisches Thema, wie z.B. Arbeitssicherheit, Steuerrecht oder Gewerbemietrecht behandelt wird. Weitere Informationen zum Programm sind hier zu finden.

Die Bedürfnisse der Akteur*innen der freien Szene Berlins zu verstehen und das Angebot der Proberaumplattform Berlin an diese anzupassen ist ein stetiger Prozess. Die Bedürfnisse werden vor allem in den Beratungsgespräche, die seit 2018 ein festes Angebot sind, gesammelt. Der Fokus liegt dabei zum einen darauf, wie die Proberaumplattform Berlin als Tool verbessert werden kann, zum anderen auf der Definition der Inhalte, die in den Veranstaltungen thematisiert werden können. Ende 2018 fand ein eintägiger Workshop mit Raumanbieter*innen, Nutzer*innen und Expert*innen statt, um das bis dahin gesammelte Feedback zu diskutieren und mögliche weitere Schritte der Verbesserung der Plattform zu definieren.
2019 fand die „Informationsveranstaltung zum Bestandsoptimierungsprogramm (BOP)“, ein Sonderformat rund um die Ausschreibung für Proberaumanbieter*innen, gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa statt.